6 Schritte für eine erfolgreiche Webseite

Webdesign
Strategie
Konzeption

October 30, 2020

Lesezeit

8 Minuten

Bei einem Großteil der Webdesignbranche hat sich ein Projektprozess etabliert, welcher die eigentlichen Marketingziele vernachlässigt.

Webdesign? Gar kein Problem, ich brauche nur die Corporate Farben und Schriften! Inhalte? Ach so, die Grafiken kann ich einfach der letzten Unternehmensbroschüre entnehmen, wunderbar. Und die Texte? Die werden dem Design angepasst, Bingo!

Inhalt

  1. Status Quo
  2. Kernziele
  3. Wettbewerb
  4. Zielgruppe
  5. Inhalte
  6. Visuelle Richtung

So in etwa sind viele Projekte abgelaufen, die ich begleitet habe. Solche Projekte sind in der Regel chaotisch, langwierig und weder Kunde noch Designer sind mit dem Endergebnis zufrieden. Wie auch? Um solche Projekte zu verhindern, begleitet mich der folgende strategische Ansatz schon seit langer Zeit.

1. Status Quo

Wer seine Ausgangssituation nicht kennt, wird Sie auch nicht verändern können. Das trifft auf viele Bereiche im Leben zu, auch auf eine erfolgreiche Webseitenstrategie. Es ist wichtig den "Ist"-Zustand zu analysieren, um zu erkennen was gut und vor allem was nicht gut funktioniert.

Folgende Fragen sind entscheidend für eine solide Ausgangslage.

  • In welcher Branche ist das Unternehmen aktiv?
  • Hat das Unternehmen bereits eine Webseite?
  • Welche Produkte/Dienstleistungen werden angeboten?
  • Ist bereits eine Corporate Identity vorhanden?
  • Was wird sich durch einen neuen Webauftritt erhofft?
  • Welche Kanäle werden aktuell zur Kundengenerierung bedient?
  • Was funktioniert aktuell nicht gut?
  • Was funktioniert aktuell gut?

Diese Fragen können sich je nach Unternehmen oder Dienstleistung unterscheiden. In meinem Webdesignprozess spielen diese Fragen eine essenzielle Rolle, um weitere Entscheidung treffen zu können.

2. Setze dir Ziele

Klar definierte Ziele helfen dir Struktur in die Innen- und Außenkommunikation zu bekommen. Nur anhand klarer Ziele kannst du deine Webseite effizient ausrichten. Wichtig ist, sich auf ein, oder maximal zwei Ziele zu konzentrieren, denn wer versucht alles abzubilden, verwirrt seine Webseiten Besucher.

Gängige Webseitenziele sind z.B.:

  • Verkäufe
  • Conversions
  • Awareness (Wie intensiv setzt sich der Besucher mit dem Unternehmen auseinander?)
  • Leads (Kontaktanfragen)
  • HR Recruiting
  • Zeit für eine Aufgabe reduzieren
  • Contentverwaltung vereinfachen
  • Allgemeiner User Experience erhöhen

Diese Ziele alleine sind schon ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Allerdings ist ein Ziel wenig Sinnvoll, wenn man nicht definiert, wann es erreicht ist. Um Ziele zu definieren, greife ich auf das SMART-Prinzip zurück:

S - Spezifisch

Ein Ziel sollte immer so genau wie möglich definiert sein. Beispiel „Wir möchten im Laufe der nächsten 3 Monate, also bis zum XX.XX.XXXX, 20 neue Newsletter-Abonnenten generieren.“

M - Messbar

Ziele wie „Mehr Kunden“, oder „Umsatz steigern“ sind nicht Messbar. Messbar sind Ziele relativ zum vorherigen Zeitpunkt, beispielsweise „5 % Kontaktanfragen im Gegensatz zum vorherigen Monat“, oder falls kein Vergleichswert vorhanden ist auch absolute Werte, wie z. B. „Besucher sollen mindestens 2 Minuten auf der Webseite bleiben."

A -  Attraktiv

Ziele sollten nicht zu einfach zu erreichen sein. Setze dir also bei gewollten 20 Newslettereinträgen, ein Ziel von 25.

R - Realistisch

Ziele müssen trotzdem noch realistisch sein. Unrealistische Ziele werden nicht erreicht und sorgen für Frustration. „400 Newslettereinträge innerhalb 30 Tage dazugewinnen“, ist für ein Unternehmen ohne ausreichend vorhandenen Webseitentraffic eher unrealistisch.

T - Terminiert

Ziele benötigen einen konkreten Zeitbezug. Das Ziel soll „in einem Monat“ erreicht werden, ist nicht konkret. Setze dir ein klares Zieldatum.

Ein Zielvorhaben nach dem SMART-Prinzip kann z. B. so aussehen: „Um mehr Kunden über unsere neuen Produkte zu informieren, wollen wir bis zum XX.XX.XXXX 140 neue Newsletter-Abonnenten generieren.“

3. Schau auf deine Wettbewerber

Ein Blick auf deine Mitbewerber kann wertvolle Informationen für die Webseitenstrategie offenlegen. Essenzielle Fragen, die wir durch eine Wettbewerbsanalyse beantworten wollen sind, z. B.

  • Was können wir besser als die vorhandenen Angebote machen?
  • Wie heben wir uns von der Konkurrenz ab?
  • Gibt es Branchenstandards/-konventionen, die vermittelt werden müssen?

Du erhältst aber auch wertvolle Einblicke in z. B. verwendete Fachtermini, die dem Branchenstandard entsprechen, ob ein Muster in der Grafikdarstellung (Bild, Illustration, 3D, Animationen etc.) zu erkennen ist, oder welche textlichen Inhalte vorwiegend präsent sind.

4. Definiere deine Zielgruppe

„Meine Zielgruppe sind alle“, oder „Ich habe keine Zielgruppe“ sind Antworten, die ich nicht selten höre. Viele Unternehmen und auch Selbständige haben Angst durch eine spitze Zielgruppe Aufträge, oder Kunden zu verlieren. Das ist allerdings ein Trugschluss.

Ich ziehe gerne das Beispiel eines Essenslieferanten heran. Kennen Sie diese Lieferanten, die Pizza, Curry, Burger, Fajitas und auch noch hervorragende Schnitzel zubereiten können? Für mich ist ziemlich schnell klar, dass dieser Lieferant maximal durchschnittlich arbeiten kann. Wobei hingegen der belgische Pommes Lieferant auf jeden Fall eins kann, und das sind hervorragende Pommes für die ich auch gerne den einen oder anderen Euro mehr ausgebe.

Es geht darum, als Experte wahrgenommen zu werden. Das hat zum einen den Vorteil, dass du dich auf das konzentrieren kannst was du gut und gerne kannst und zum anderen fühlen sich Kunden bei dir besser aufgehoben und sind dadurch bereit mehr Geld auszugeben.

5. Plane deine Inhalte sorgfältig

Oftmals werden Inhalte massiv unterschätzt. Sei aus Sicht der Gestaltung, oder aus Sicht der zeitlichen Faktoren. Sowohl Text-, als auch Bildmaterialien sollten sorgfältig durchdacht und ausgesucht werden. Relevante Inhalte ergeben sich durch definierte Ziele, den Wettbewerbern, den Zielgruppen und natürlich durch das Produkt, oder die Dienstleistung selbst. Versuche mit deinen Inhalten eine Geschichte zu erzählen und – ganz wichtig, überfordere deine Besucher nicht. Passe die Inhalte an deine Zielgruppe an.

6. Bestimme ein Look & Feel

Die visuelle Richtung sollte im Optimalfall die Unternehmens-, Webseiten- und Nutzerziele unterstreichen. Hier geht es noch nicht um konkrete Designideen, sondern viel mehr um das allgemeine Look & Feel der Webseiten. Wenn du dich mit den vorherigen Schritten auseinandergesetzt hast, werden sich viele Fragen zum Look & Feel schon automatisch ergeben.

Wrap it up.

Webseiten sollten nicht dafür verschwendet werden, „damit der Kunde sieht, dass wir eine digitale Präsenz haben“. Mit der richtigen Strategie kann eine Webseite nicht nur dir einen wirklichen Mehrwert bieten, sondern vor allem deinen Nutzern, Besuchern und Kunden. Im Wesentlichen geht es um klare und zielgerichtete Kommunikation.

  1. Schau dir deine Ausgangssituation an
  2. Setzte dir Ziele mit der SMART-Methode
  3. Schau dir deine Wettbewerber an und lerne draus
  4. Definiere deine Zielgruppe(n)
  5. Vernachlässige deine Inhalte nicht
  6. Bestimme das Look and Feel deiner Webseite

Vielen Dank fürs Lesen.

Kennst du jemanden dem dieser Aritkel weiterhelfen könnte?

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